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Analoge Photographie

  • doeringphoto
  • 5. Juni 2025
  • 3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 16. Sept. 2025

Willkommen bei Doeringphoto

Bei eigenen Projekten fotografiere ich gerne auf Film. Statt künstlicher Intellingenz (KI) kommen ein Kodak Portra oder Ilford XP SW-Film zum Einsatz. Es kommt vermutlich daher, dass ich vor der Digital-Ära viele Jahre analog fotografiert und die Filme selbst entwickelt  habe. Das bleibt in der DNA und macht (wieder) schön Spaß.

Mit der Leica M4-II auf Kuba: Kodak-Filme, Reiseführer und Bargeld gegen Stromausfälle.
Mit der Leica M4-II auf Kuba: Kodak-Filme, Reiseführer und Bargeld gegen Stromausfälle.

Bei der Streetfotografie nutze ich eine Leica M4-II von 1980 und bei Studioprojekten eine Nikon F4 (von 1991) oder Nikon F6 (2005). Meine Lieblingsfilme sind der Ilford XP-2 für Schwarz-Weiß und Kodak Portra 400 für Farbe. Die Filme lasse ich in einem kleinem Fachlabor entwickeln (ohne Abzüge) und scanne die Negative selbst mit einem Nikon Coolscan-Filmscanner ein.

Zeichnen mit Licht

In diesem und weiteren Blog-Beiträgen geht es deshalb vorwiegend um die analoge Fotografie. Also das Fotografieren auf Film oder Diamaterial in Schwarz-Weiß und Farbe. Gerne auch um Kameras, Objektive und Zubehör aller Art. Im Zeitalter von künstlicher Intelligenz, Photoshop-Perfektion und technisch makellosen Bildern out of the Box bei Smartphones erlebt das "Zeichnen mit Licht", ähnlich wie die Schallplatte, ein Revival. Auch bei mir.

 Für Kleinbild-Dias nutze ich das Archivssystem  Journal 24 von Kunze. Jede Kunstoffkassette fasst 24 gerahmte Dias, eine Box 6 Kassetten.
 Für Kleinbild-Dias nutze ich das Archivssystem Journal 24 von Kunze. Jede Kunstoffkassette fasst 24 gerahmte Dias, eine Box 6 Kassetten.

Fokus und Konzentration

Wenn ich auf Film fotografiere, arbeite ich langsamer und fokusierter. Jede Aufnahme kostet ja einige Cent. Liegt es an den Kosten. Vielleicht. Das gerade gemachte Foto kann ich nicht ansehen und nicht kontrollieren. Es liegt vermutlich an der fehlenden Kontrolle, dass ich analog achtsamer fotografiere. Spricht mich das Motiv wirklich an und passt das Licht?, frage ich mich. Ich mache analog viel weniger Bilder als digital.

Mein Fokus verschiebt sich auf das VORHER - auf die Zeitspanne vor dem Druck auf den Auslöser.

Bei der Streetfotografie auf Reisen (Bsp: HAVANNA) schlendere ich oft stundenlang umher. Gleiche Blende und Zeit immer wieder neu ab, nehme die Umgebung intensiv wahr, suche und schaue konzentriert nach Motiven.

Machmal biege ich um eine Straßenecke und ein Motiv springt mich geradezu an und ich reagiere nur. Das sind oft die besten Bilder. Bei Projektarbeiten im Studio (oder on Location) habe ich ein Konzept. Manchmal sind es nur wenige Motive, die ich umsetzen möchte. Vor Ort lasse ich mich dann gerne von der Stimmung oder den Models inspirieren und ändere oder passe mein Shooting-Konzept an.


Kodachrome-Dias halten lange; hier rund 40 Jahre alte Bilder einer Bali-Reise.
Kodachrome-Dias halten eine Ewigkeit; hier rund 40 Jahre alte Bilder einer Bali-Reise. Heute greife ich eher zu Farbnegativen bei meinen analogen Projekten.

Warum ich analog fotografiere:

  • Analog ist anders, einfach cool, mehr Filmkorn und Tiefe. Die Lichter reißen nicht so schnell aus, die Tiefen sind "tiefschwarz".

  • Echte Negative in der Hand, fassbar und fühlbar. Nach Jahrzehnten kann ich die Negative aus der Pergaminhülle ziehen und einscannen. Eine schöne Zeitreise.

  • Gute (Kleinbild)-Filme haben eine tolle Dynamik (Ilford XP2) und Scanbarkeit (Portra 160). Mein Filmscanner (Coolscan 5000) schafft ein Äquivalent von 23 Mio. Pixel vom Kleinbild-Format. Mehr Auflösung brauche ich nicht.

  • Ich fotografiere viel bewußter (s.oben) und produziere kaum für die Abfalltonne, denn jedes Foto kostet.

  • Das Fotografieren auf Film befriedigt mit einem Flow-Effekt. Kling komisch, ist aber so. Ohne Belichtungsmesser und Algorithmen wird die Person hinter der Kamera schnell zum Problem. Mit anderen Worten: Für die Bilderstellung ist noch Know-how erforderlich. Und diese Herausforderung(en) machen auf Dauer glücklicher.

  • Die Bedienung der alten Kameras aus Vollmessing oder Metall macht einfach Spaß, ist haptisch angnehm und fühlt sich wertig an.

  • Handwerkliches Können ist gefragt, ob bei Schärfe (kein Autofokus) oder der richtigen Belichtung (keine Automatik). Ausschuß ist vorprogrammiert, gelungene Aufnahmen befriedigen umso mehr.

  • Keine Kontrolle, keine Sofort-Verfügbarkeit. Für viele ist das ein Nachteil. Für mich trägt es dazu bei, die eigenen Fotos wertzuschätzen und sich auf die Ergebnisse zu freuen.

Ilford FP4 Plus SW-Negative und Kontaktbogen einer Reportage in Sachsen-Anhalt 1992.
Ilford FP4 Plus SW-Negative und Kontaktbogen einer Reportage in Sachsen-Anhalt 1992.

Und digital?

Für den Fall, dass es sich nicht von selbst versteht. Bei Firmenreportagen, Events oder der Newsfotografie greife ich nach wie vor zu meinen Nikon-Digitalkameras. Das geht gar nicht anders. Die Kunden möchten und verlangen zunehmend schnelle Ergebnisse und Previews vor Ort, auch Retuschen oder Composings. Aber ist das noch das "Zeichnen mit Licht" oder eher Photoshop und KI-Expertise? Ach, ich liebe meine analogen Filmprojekte.



 
 
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