Poor China - looking on 1988
- doeringphoto
- 2. Mai
- 4 Min. Lesezeit
Fotoreport in Schwarz-Weiß
China hat sich in drei Jahrzehnten atemberaubend schnell modernisiert: Schnellzugtrassen, Autobahnen, Digitalisierung, Elektroautos. 1988 reiste ich zehn Wochen durch das riesige Reich und sah ein armes Land.

Nur wenige Autos fahren in den Städten, dafür Tausende Radfahrer und Linienbusse. Auf dem Land ist Handarbeit angesagt, Traktoren oder Landmaschinen sehe ich kaum. Chinesen mit denen ich damals spreche, wünschen sich hauptsächlich drei Dinge: Fernseher, Waschmaschine, Kühlschrank.

Aufnahmen auf Ilford Filmen XP-1 und Pan-F mit Nikon Kameras F3 und FA.












Filme und Kameras:
Während meiner Reise habe ich viel auf Diafilm (Kodachrome 64 und Ektachrome 100) fotografiert. Eine Auswahl dieser Bilder ist auf der Startseite zu sehen. Zehn Negativfilme habe ich auch in Schwarz-Weiß belichtet, sechs Ilford XP-1 (400 ASA) und vier Ilford Pan-F (50 ASA). Wobei der Ilford XP-1 die viel bessere Wahl war. Doch dazu später mehr.

Die Schwarz-Weiß-Filme habe ich jetzt neu mit dem Nikon Coolscan 5000 gescannt. Dieser Filmscanner ist viel besser als mein alter Polaroid Sprint Scan und holt aus kontrastreichen Negativen mehr Details hervor.
Ich bin auch heute noch begeistert, wie gut der Ilford XP-1 400 ASA Film bereits 1988 war: Feines Filmkorn, großer Kontrastumfang. Er lässt sich wunderbar scannen und auch (selbst) vergrößern. Posterfotos habe ich davon noch heute an den Wänden hängen. Mit seinem weichen Grundkontrast war es der richtige Film für hartes Sonnenlicht auf dem Land.
Der Ilford Pan-F 50 ASA hat ein sehr feines Korn und die bessere Schärfe als der XP-1. Dafür ist der Grundkontrast viel höher. Heißt, der Film eignet sich eher für diffuses, weiches Licht und verzeiht Überbelichtungen nur schlecht. Bei direkter Mittagssonne neigt der Pan-F dazu, die Lichter schnell „ausfressen“ zu lassen, da er einen geringeren Belichtungsspielraum für extreme Kontraste hat. Nur war mir das damals nicht wirklich klar. Zudem habe ich den PAN-F nicht weich genug entwickelt, um so die hohen Kontraste noch etwas auszugleichen. Jetzt kommt beim scannen dieser harten Pan-F-Filmnegative auch mein Coolscan 5000 Filmscanner an seine Grenzen.

An Kameras habe ich eine leichte Nikon FA mitgenommen und mir später eine professionelle Nikon F3 in Hongkong zugelegt, die dort viel günstiger war. Autofokus war bei diesen Kameras kein Thema. Dafür kann man mit der F3 Nägel einschlagen.
Mein Hauptobjektiv war ein manuelles Nikkor Zoom AIS 35-105 mm/f3.5-4.5 und eine AIS 50 mm f/2.0 Standardlinse als Reserve. Ganz leichtes Fotogepäck also. Das war auch gut so, denn in den Städten und besonders auf dem Land im Süden Chinas war es in diesen Sommermonaten oft brüllend heiß bis an die 40 Grad. Eine wohltuende Ausnahme war nur die Yunnan-Provinz im Südwesten um die Städte Kunming und Dali, auf rund 2000 Meter Meereshöhe. Hier lagen die Temperaturen bei 20 bis 25 Grad. "Für ein paar Tage ist das Erholung pur", schrieb ich in mein Tagebuch.


